Food – Food as part of social communication; an overview of possibilities. The concept reaches your stomach; a conceptual dinner event

Masterarbeit von Paula van der Woude 2015

The concept reaches your stomache – a conceptual dinner event zeigt durch einen performativen, konzeptgerichteten und ästhetischen Zugang, wie die Abstimmung von Design, Setting, Essen und Tools die Interaktion von Menschen an einem Tisch anregen kann.

Als eines der natürlichsten aller Bedürfnisse vereint Essen viele Elemente des Lebens und gilt in der Wissenschaft als einer essentieller Bestandteil von Kommunikation. Essen dient als Aussage, als Filter von Informationen, als Überbringer von Nachrichten, zur Verbreitung von Neuigkeiten oder als Medium des Geschichten Erzählens. Meine Arbeit gliedert sich in zwei Teile.

Part I – Food as part of social communication – an overview of possibilities, besteht aus unterschiedlichen Recherchematerialien und schafft einen Überblick über die soziokulturelle Stellung von Essen und dessen verbindende Kraft in unserer Gesellschaft. Hierzu werden wichtige Soziologen und Theoretiker der Gastrosophie analysiert. Rituale, Tabus, Tischsitten und fest verankerte Gewohnheiten geben Einblick in unser Verhalten zu Tisch und gegenüber unseren Mitmenschen. Wie nehmen wir Nahrung zu uns? Welche äußeren Faktoren sprechen uns an oder lehnen wir ab? Zukunftsweisende Foodtrends stimulieren unsere Wahrnehmung und prägen unseren Geschmack. Essen funktioniert oft als emotional und sozial aufgeladenes Bindeglied zwischen den Menschen und wird als Metasprache bezeichnet. Der Tisch gilt als fester Bestandteil unserer westlichen Esskultur und steht für ein weiteres verbindendes Medium bei einem Essen. Auch die dazu passenden ‚Werkzeuge‘ transferieren unser Verhalten und Sitten. Was passiert, wenn der Tisch oder vielleicht diese Werkzeuge plötzlich verwandelt sind? Sie nicht mehr im gewohnten Sinne funktionieren? Stattdessen dazu gedacht sind, die Gemeinschaft am Tisch noch enger zusammen zu bringen. Kann das Individuum in seiner Stellung, als Teil einer Essensgemeinschaft, aufgelöst werden und nicht mehr selbstständig agieren? Inwieweit sind diese mutierten Werkzeuge, wie verbundenes Besteck, Teller, Tassen, oder Servietten ausschlaggebend für eine intimere Interaktion am Tisch? Fühlen sich die Gäste irritiert, fremd gesteuert bzw. führt es sie noch näher zusammen und bilden sie womöglich zuletzt eine in sich abgestimmte Tischgemeinschaft? Welche Gefühle bleiben zurück, welche Eindrücke entstehen während des Zusammenspiels? Diese Fragestellungen sollen aufzeigen, wie wir sozial am Tisch interagieren und welche Faktoren uns in unserem Tun beeinflussen und verändern. Ein Teilresultat meiner Recherche ist das Food-Archiv. Es beinhaltet eine große Sammlung an Designer, Künstler und Vordenkern, die rund um das Thema Essen sowie allen dazugehörigen Bestandteile, Projekte, Performances umgesetzt haben. Zahlreiche richtungsweisende und befruchtende Projekte durfte ich selbst miterleben, wie z.B. die Supper Clubs in der TBA 21 oder die Kitchen Soundperformance. Jene nehmen einen sehr großen und wichtigen Teil meiner Dokumentation ein und bilden die Ausgangsposition zur Ausführung meiner Foodperformance.

Part II – The concept reaches your stomach – a conceptual dinner event zeigt durch einen performativen, konzeptgerichteten und ästhetischen Zugang, wie die Abstimmung von Design, Setting, Essen und Tools die Interaktion von Menschen an einem Tisch anregen kann. Die Foodperformance wird mit ca. 10 geladenen Gästen im Restaurant Muto, Linz, stattfinden. Die speziellen “Tools” wie z.B. verbundenes Besteck, Teller, Tassen, oder Servietten zwingen in gewisser Weise die Gäste dazu, ihr individuelles Tisch- oder Essverhalten aufzugeben und sich den vorgeschriebenen Handlungen hinzugeben. Dadurch werden neue Zugänge zum gemeinsamen Essen am Tisch geschaffen. Das Individuum wird aufgelöst und man tritt sowohl gewollt als auch ungewollt mit den anderen Gästen in eine soziale Interaktion. Handlungen, wie zum Beispiel gegenseitiges Füttern oder gemeinsames Bestimmen darüber, welches Gericht, wie verzehrt wird, können sich abspielen.

Soziale und ästhetische Kriterien fließen mit ein in die Umsetzung und Gestaltung der Performance. “Tools‘“ wie zum Beispiel speziell angefertigtes Besteck mit dem man nur gemeinsam Nahrung zu sich nehmen kann oder Teller, die erst durch die gemeinsame Benützung funktionsfähig werden, sind daher wichtige Elemente der Performance. Das gemeinsame Erlebnis manifestiert sich durch das, was am Ende dieser Performance zurück bleibt. Man wird sich vielleicht an die Sitzordnung, an die Farbe des Essens, an das Gefühl, nicht selbstbestimmt essen zu können, erinnern. Womöglich bleibt der Wunsch zurück, als Gemeinschaft ein solches Erlebnis noch einmal genießen zu dürfen. Das Restaurant Muto in Linz steht für Veränderung, Kreativität und Neues und hat im August 2015 eröffnet. Es wird der Schauplatz sein für das conceptual dinner event. Das Muto befindet sich in den Räumlichkeiten eines der ältesten Restaurants von Linz, welche einen geschichtsträchtigen Charakter im Bezug auf die gemeinschaftliche Aufnahme von Essen haben. Urban und neutral eingerichtet bietet das Muto einen passenden Ausgangspunkt für diese Performance. Als perfekter Partner unterstützt das Muto mein Social Dinner Event.

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Fotos: Paula van der Woude

Betreuer der Masterarbeit: Gilbert Bretterbauer

Kooperationspartner: Restaurant Muto Linz

 

 

 

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